Jacob Wunder

J.Wunder, Museum Vorkuta

Das Schicksal, welches sich nicht übersehen lässt...

Diese Internetseite entstand in Erinnerung an einen seltenen Menschen, - Jacob Wunder, - Maler und Fotografen, welcher sein Leben lang im tiefsten Norden, in der Nähe des Uralgebirges verbrachte und in seinen Werken die endlosen, kalten Weiten der Taiga und Tundra wiedererkennen ließ. Er reiste viel mit Geologen, in deren Kreisen er anerkannt und geliebt wurde, dokumentierte Expeditionen mit Fotos und zahlreichen Skizzen, nutzte trotz den unzähligen Einschränkungen seiner Freiheit die Zeit, um seiner Lebenserfüllung, der Malerei nachzugehen und diese zu leben. Allerdings gehörte zu seiner innerlichen Berufung auch die Unterstützung und Entwicklung der Kunst und Kultur in allen ihren Formen. Neben einer enormen Mitarbeit an der Gründung des Völkerkundemuseums, der Abendkunstschule für Kinder, sowie des Puppentheaters in der Stadt Vorkuta hörte er nie auf nach Menschen in den Arbeitslagern zu suchen, die nicht weniger als er von der Kunst begeistert waren und nicht nur materielle, sondern auch geistige Unterstützung brauchten.

Die Stadt Vorkuta gehört zu den Städten der neueren Generation und wurde während der Stalins Regierungszeit aufgrund des mit Steinkohle reichen Bodens von 'Staats- und Volksfeinden' errichtet, da Jacob Wunder der deutsch-judischen Abstammung ist, war dies Grund genug, warum er zu den Zeiten des zweiten Weltkrieges nach Polarkreis verbannt und die ertsen drei Monate seines Aufenthalts im vereisten Region an der Ziegelsteinfabrik zu Zwangsarbeiten verurteilt wurde. Als es sich herumgesprochen hat, dass ein junger Maler sich unter den Gefangenen befand, wurde er dank Bemühungen von Boris Mordvinov (ehmaliger Spielleiter vom Bolschoj Theater, Moskau, welcher damals seine Zeit schon abgesessen hat) und der Zustimmung des leitenden Vorgesetzen des Industriebaues der Stadt Vorkuta, Ingeneur-Offizier Michail Malzev ins Theater überführt. Die Mitarbeiter des Theaters waren zu 93 Prozent politisch Gefangene und standen Tag und Nacht unter Kontrolle des bewaffneten Wachdienstes der gnadenlosen Diktatur. Mit der entgültigen Verabschiedung von Stalins Regierung im 1952 kam es zur Hoffnung auf bessere Zeiten und zu teilweise eingeschränkter, jedoch Freiheit für die meisten politisch Gefangenen, zu denen auch Jacob Wunder zählte.

(D. Wunder)